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Der Roland von Berlin - Dritter Band

Willibald Alexis: Der Roland von Berlin - Dritter Band - Kapitel 1
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typefiction
authorWillibald Alexis
titleDer Roland von Berlin ? Dritter Band
publisherVerlag von A. Weichert
seriesWillibald Alexis' historische Romane.
volumeSechster Band.
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Erstes Kapitel.

In der Altstadt Brandenburg war ein gar munterer Verkehr. Zumal am Strande, denn die Havel lag voll großer Kähne, die wurden ausgeladen und wieder vollgeladen, und die Träger und Schiffsknechte sungen, weil sie auf den Köpfen die schweren Lasten trugen; oder sie zogen, mit Seilen um die Brust, die zweirädrigen Karren, daß ihnen der Schweiß dick von der Stirn rann; aber sie sungen doch, und sckwenkten die Mützen in die Luft, wann ein Kaufherr kam, in dessen Diensten sie arbeiteten. Die Herren mußten gut bezahlen. Wo es Frondienst ist, lassen die Leute nicht ihre Herren leben; sie arbeiten nur als das Lastvieh, das zieht auch und keucht, aber wenn es nicht den Stachel fühlt und die Peitsche, bleibt es stehen.

Die Sonne ging schon zur Rüste, und die Türme und Dächer der Dominsel glänzten im schönen roten Hauche, die hohen Fenster aber funkelten wie eitel Gold und Edelsteine, und sah's von fern aus als ein Zauberschloß. Und der rote Schein goß auch sein Licht über den breiten Wasserspiegel der Havel, die ein gar schöner Fluß ist, See an See, und reich an herrlichen Fischen. Und die Wimpel der Kähne färbte das Abendrot desgleichen und die Köpfe der rührigen Schiffer und Arbeiter. Das schien doch, als wollten die gar keinen Feierabend machen. Aber als itzt das Abendglöcklein vom Dome schallte, da verstummten die Lieder, das Ha-Ho der Seilzieher, die Räder hörten auf zu schwirren, die Lasten blieben liegen, wo sie waren, die Hüte und Mützen fuhren von den Köpfen, und die Hunderte Geschäftiger waren mutlos still. Sie falteten die Hände und knieten nieder, und beteten ihr Ave Maria.

Darnachmalen aber, als die Glocke wieder verstummt war, und die letzten Töne in der stillen Abendluft verschwirrten, rührten sich wieder die Arme als wie zuvor, die Räder und Winden schwirrten, die Karren knarrten, und die lustigen Lieder und das Ho! Ha! He! wollten nicht endigen.

Da sprach ein Bürger und Krämer zu einem andern, der dastand und zuschaute und die Hände eben vom Gebet losmachte: »Einen schönen guten Abend, Herr Niklas!« – »Wohl ist's ein schöner Abend, Meister Perbant,« antwortete der. »Hat das Sprichwort doch recht, man soll den Tag nicht vor dem Abend loben. Und desgleichen umgekehrt, man soll am Tage nicht verzagen, wenn er auch noch so grau ist, sintemalen der Abend schön werden kann.« – »Nur, lieber Meister, ist das nicht zu vergessen, daß auf den Abend noch die Nacht folget.«

»Herr Nikolaus Perwenitz,« entgegnete jener, »das schiert mich nicht. Denn ich bin des Dafürhaltens, daß der Abend darum doch schön bleibt, wenn auch die Nacht stürmisch wird. Und bin ich am Abend lustwandeln gangen, so hab' ich es weg, wenn's auch drauf in der Nacht regnet. Und was ich am Abend in die Speicher und Scheuern eingebracht habe, das soll mir das Wetter, das drauf kommt, nicht wieder nehmen. – Und wahrhaftig, Herr Niklas,« fuhr er ernster fort, »es that uns Brandenburgern solcher Abend not. Die von Berlin und Köln schnappten uns ja vorm Maule weg die Nahrung. Handel und Wandel, was waren sie diese dreißig, vierzig Jahre über! Alles 'rübergezogen an die Spree. Nach Hamburg, nach Stettin; allen großen Handel rissen die Berliner an sich. Was blieb uns, wenn wir nicht die Wollenweber und Tuchscherer hätten! Die Herren in der Brüderstraße drüben und in der Stralower Gasse schwellten ja auf, daß sie nicht zur Thür 'nein konnten, derweilen wir mager wurden wie Kirchenmäuse.«

»Ei Gevatter!« sprach Herr Niklas. »Kirchenmäuse sind auch Gottes Geschöpfe, und nicht die schlechtesten. Im Himmelreiche werden die Kirchenmäuse den Feldmäusen und Kellermäusen in der Rangordnung gewiß vorangehn. Und vor allem Kirchenmäuse, die ein Domstift haben. Meint Ihr, daß unsere geistlichen Herren uns da oben sitzen lassen? Ich meine, wenn uns die Kölner und Berliner hier unten übern Kopf wuchsen, da oben werden wir's wieder einbringen. Sie haben ja nur einen Propst und ein paar Pfaffen, und wir einen Bischof.« – »Da oben, Gott sei uns allen gnädig! Aber ich meine, hier unten sollen wir's wieder einbringen, was wir verloren; und waren die älteste und fürnehmste Stadt der Marken.« – »Und sind wir das nicht noch? Wer streitet's? Heißt nicht nach uns die ganze Landschaft, der Herrschaft und unser Markgraf? Heißen sie nicht alle Brandenburger, weil wir Brandenburger heißen? Gingen nicht von uns Ordnungen und Statuten aus, und schickten unsere Rechte in die neuen Städte? Und ist unser Schöffenrecht nicht so herrlich und berühmt als eines im Slavenlande? Wo Rat fehlt und Gerechtigkeit, bei uns müssen sie ihn holen. Gevatter! Gevatter! Man muß sich nicht selbst geringer machen. Und wenn wir nichts hatten, wir hatten doch die Ehre.«

»Kann ich damit mein Dach decken, wenn's einregnet, Ballen schnüren und ein Kindelbier geben? Was schierte unsere Ehre die Dickwänste von Köln? Konnten wir sie nicht mal damit vertragen, als sie sich bei den Ohren zausten. Ihr wißt's ja am besten. Meine Ehre ist, wenn ich was verdiene. Und darum Ehre meinem gnädigsten Kurfürsten, der mir was zu verdienen giebt.« – »Wohlgesprochen, als ein guter Bürger, und als ein rechtschaffener Unterthan unseres allergnädigsten Markgrafen.« – »Dem Ihr doch ganz besonders danken müßt, Herr Niklas, da Ihr ganz allein die Lieferung des Schiefers habt.« – »Wer sagt Euch, daß ich's ihm nicht danke. Möchte er in jeder Stadt, die sein ist, ein Schloß bauen lassen, und 's mit meinem Schiefer decken. So viel 's Städte giebt, wollt' ich's ihm danken.«

»Ob's Euch aber die Städte danken werden!« sprach ein dritter, der hinzutrat; und war's der Meister Bertold von Dasseleben, ein berühmter Schieferdecker, mit dem der Markgraf abgeschlossen, daß er sein Schloß zu Köln, das er bauen ließ an der Spree, mit Schiefer decke. »Müssen, müssen!« sprach Herr Niklas, und nickte dem Meister freundlich zu. »Ist meines Dafürhaltens, Ihr Herren,« sagte jener, »daß die Städte für die Dächer, die er ihnen auf den Kopf setzen will, grad so böse Gesichter machen werden, als die Herren von Adel dazumal, als er ihnen die Dächer von ihren Schlössern abriß.« – »Mögen sie einander saure Gesichter schneiden.« sprach Meister Perbant, »was geht's uns an!« – »Seid doch auch eine Stadt.« – »Aber wir brauchen kein landesherrlich Schloß hier,« fiel Perbant ein, »denn wir haben einen Dom und Bischofssitz, und oben auf dem Marienberg steht unser lieben Frauen Kirche. Die duldete keinen weltlichen Herrensitz neben sich. Wär's auch purer Spott.«

»Das möchten die von Köln und Berlin und Frankfurt auch sagen: sie brauchen's nicht. Sage Euch, als wir mit der ersten Ladung Schiefer ankamen, machten sie kuriose Gesichter, wie so die von Berlin sind. Allerlei feine, spitze Redensarten. Wozu Schiefer gut wäre? Ob die Jungen darauf sollten rechnen lernen? Da hätte sich doch der Markgraf verrechnet. Andere sagten: er schicke es ihnen, um Butterschnitten zu werfen auf'm Wasser. Wär's nur zu viel, und könnte ihm ein Splitter ins Auge fliegen. Und als ich ausladen ließ, dort unter der langen Brücke, katzbalgten sich die Jungen, und prallten an meine Träger, und liefen ihnen durch die Beine, daß manches Last zu Boden fiel. Schelten half da nicht; sie wollten sich ausschütten vor Lachen und sagten, es wäre unsere Schuld. Sprach ich und drohte mit der Obrigkeit, da verzerrten sie erst gar die Gesichter und sahen nach der Wetterfahne und sagten: bei West-Nord-West könnt ich auf 'nen guten Spruch hoffen, aber bei Ost, Süd, und was dazwischen liegt, thät ich am gescheitesten, das Maul zu halten.«

»Man kennt sie ja,« sagten die Brandenburger.

»Und dann sagten sie, man müsse die Rechnung nicht ohne den Wirt machen und kein Dach aufsetzen, ehe das Haus stünde. Und da lachte wieder alles grimmig, als wäre kein Herr im Lande. Weiß Gott, wie das werden wird.«

» Sie werden schreien, und Ihr werdet bauen, und der Kurfürst wird zahlen.«

»Ihr hättet den Hans Ferbitz.« fuhr der Schieferdecker fort, »den Bartscher, der seine Bude an der langen Brücke hatte, sollen schreien hören, als man ihm das Haus einriß. Der lief wie ein toller Hund herum, und fehlte nicht viel, er hätte die Zimmergesellen von den Leitern gerissen. Was der auf den Rat, auf die Stadt, auf den Kurfürsten fluchte!« – »Der Rat hat's ihm doch auszahlen müssen, was sein Recht ist.«

»Das wäre ein Dreck,« schrie er, »ein Pappenstiel für eine Gerechtigkeit, die Vater und Vatersvater ernährt. Wovon sollten denn Kind und Kindeskind leben? Esel schalt er die Ratmannen und die Gemeinheit, die's zugegeben, und wie er den gnädigsten Herrn nannte, das will ich gar nicht wiedersagen. Die Fäuste hob der kleine Mann gegen das Rathaus auf der Brücke, und der Schaum stand ihm nur so im Munde: »Könnt ich Euch alle einseifen und scheren, Ihr Ochsen,« rief er, »für Eure Dummheit und Ungerechtigkeit, Euch sollte kein Bart mehr wachsen, Ihr blinden Hennen, die Ihr nicht seht, was Ihr thut. Aber wartet nur, ein anderer wird Euch nun seifen und barbieren, daß Euch himmelangst werden soll. Das wird eine Bude geben für Köln und Berlin, darin geschröpft, geschoren, gebadet und geblutet wird, daß Euch Hören und Sehen vergeht. Die Bude wird über Eure Köpfe ragen, wie der Turm von Babylon. Reinsehen wird er in Euren Ratssaal und in Eure Schlafkammern, in Eure Hühnerställe und in Eure Heimlichkeiten, in Eure Dummheit und in Eure Schande. Und Ihr sollt wünschen, daß Ihr des Ferbitz kleines Haus stehen gelassen, Ihr sollt wünschen, daß Ihr es wieder aufbauen könntet, und würdet selbst die Balken tragen und die Nägel spitzen. Aber dann ist's zu spät. Das hohe Haus kriegt Ihr nicht wieder wie des Ferbitz kleine Bude: ein Stein der Ärgernis wird's Euch sein und Euch geschieht recht, recht und tausendmal recht, weil Ihr mein kleines Recht habt fahren lassen, da Ihr eingesetzt seid, es zu wahren und schirmen!« So schrie der tolle Mensch.«

»Des Herrn Wille ist ein hart Brot. Wer leckt gegen den Stachel!« – »Die in Berlin und Köln sehen mir danach aus,« fiel der Schieferdecker ein. »Denn wo hört einer solcherlei Rede ruhig an und steckt die Schimpfworte ein, wie 'nen alten Knopf, den man am Weg findet. Ich sage Euch, sie lassen ihn schimpfen und reden, und keiner spricht ein Wort gegen.« – »Soll wunderlich drüben aussehen,« sprach Meister Perbant, »weiß keiner, wer Koch und Kellermeister ist.« – »Was Wunders, die Schüssel ist zerschlagen. Ihr Witz läuft verloren auf den Gassen um, seit die Baderstube zerstört ist,« sagte Nikolas Perwenitz. »Aber in einem alten Buche steht auch geschrieben:

Was man in Berlin spricht,
Darum geschieht's doch nicht.«

Da lachten die drei recht herzlich und sprachen noch viel über die Berliner, wie so Nachbarn von Nachbarn sprechen: war's nicht viel Gutes. Und die von Frankfurt und Bernow und Prenzlow redeten ebenso von Berlin. Denn, sagt schon der alte Grieche Herodotus, so jegliche Stadt ihren Kehricht auf ein Häuflein fegte und diese Häuflein stellte einer zusammen, und hieße er: wählet! dann wählte eine jede doch wieder ihren eigenen Kehricht.

Als es nun aber dunkler ward, und die Arbeit mußte aufhören, da machten sich die Herren nach Hause. Und wo Herr Niklas Perwenitz bei den Arbeitern vorüberging, da riefen sie ihm ein Hoch zu, und die Jungen sprangen um ihn, denn er war sehr beliebt bei allen und hatte ihnen ein Fest versprochen, wenn die Arbeit gethan wäre. In den Gassen und Häusern, was Feuerwerker sind, da arbeiteten sie noch fort, und dauerte es bis in die Nacht, daß man das Feilen der Schlosser und die Ambosse in den Schmieden hörte, und die Funken sprühten aus den Essen wie ein Feuerregen.

»Kommt alles in Euren Säckel, Ihr Herren,« sprach der Schieferdecker. »Das Arbeitsvolk ist lustig, und Ihr nur seid's nicht, mindestens nicht so, als man Herrn Nikolas Perwenitz von sonst kennt.« – »Das hat seinen Grund,« entgegnete der Perwenitz, »wie jedwed Ding auf Erden einen hat.« – »Und der steckt nicht in der Erden,« lachte Meister Bertold, »sondern wird ein achtzig bis hundert Schuh drüber 'rausragen.«

Und als sie beide, denn Meister Perbant war schon fortgegangen, an dem großen Hof vorbeigingen, wo die Schiefer- und Werkstücke hoch aufgeladen standen, sprach der Brandenburger: »So kommt alles in Deinen Säckel, Meister, und kannst, was die Berliner Jungen zerschlagen, dem Markgrafen überdem doppelt in Rechnung bringen. Wie kommt's nur, daß Du nicht lustiger bist, denn Du verdienst ein Heidengeld.« Da lächelte Meister Bertold: »Das hat seinen Grund, gleichwie jedwed Ding auf Erden einen hat.« – »Der aber ragt nicht zum Himmel 'naus,« entgegnete der Brandenburger. Der Schieferdecker sah etwas schelmisch den Ratsherrn an: »Nein, er steckt in Euren Taschen, Ihr Herren von Brandenburg. So mir der Fürst nicht zur Bedingnis gemacht, daß ich den Schiefer von Euch allein nehmen muß, und was Nägel, Anker, Spiker und Stangen sind, in Altbrandenburg muß schmieden lassen, Urkundlich. könnt ich sie billiger haben aller Orten.« – »Ei, Du Geldschneider, willst Du uns das nicht mal gönnen für unsere große Mühe.« – »Und die große Gefälligkeit,« fiel der Meister ein, »so Ihr dem Markgrafen erweist, daß Ihr die Ohren stopft, wo die Kölner und Berliner, Eure Bundesgenossen, zum Himmel schreien und um Hilfe rufen.« – »Ei, sie verdienen's nicht besser,« sprach Herr Nikolas unwillig und schaute zu Boden. »Männiglich wird bezahlt nach seinem Verdienst.« – »Und eine Hand wäscht die andere,« sagte der Schieferdecker. »Das ist schon recht. Dachte mir aber so einmal: wie wenn alle Hände frei, wären, und könnte jeder arbeiten, was er wollte, und kaufen und verkaufen, wie und wo er wollte, das müßte einen Verdienst in der Welt geben.«

Der Brandenburger Herr sah ihn groß an: »I Du Sohn Deiner Mutter, da müßt' es ja heidnisch auf der Welt zugehen. Wo bliebe denn da die Gerechtigkeit!« – »Ihr meint die Gerechtigkeiten.« – »Freilich die Zünfte und Gilden, unser Stapelrecht und die Niederlage. Meister Bertold, da steht unser Roland. Ist gut, daß der von Stein ist und nicht hören kann. Du bist ja ein Allerwelts-Aufrührer. Jeder kaufen und verkaufen, was er Lust hat, und frei des Weges ziehen und auf die Märkte, wo er Lust hat! Heiliger Moritz, am Ende meinst Du die Juden auch, und die Ritterschaft, daß die Kornhandel trieben nach Hamburg, wie's vor alters war. I da müßte ja die Welt auf dem Kopfe stehen und die Städte gingen unter. Keine Gerechtigkeit mehr, Himmel und Hölle, Meister, sag' mir das nicht noch mal. Dann kämen die Pfuscher und Bönhasen auf, und will nicht glauben, daß Du einer bist.« – »Gott und seine Heiligen behüten mich,« sprach der Schieferdecker, »bin ehrlicher Meister worden, in Erfurt. Das neue Dach vom Dom kann davon sprechen. Und Pfuscher, wo mir einer in den Weg kommt, mögt's mir glauben, dem wollt' ich die Suppe gesalzen haben.« – »Ergo,« sprach der Brandenburger Ratsherr, und kniff den Meister ins Ohr, »schau nicht ins Blaue; Du könntest vom Dach fallen. Der Schieferdecker, so über den Kopf hinausdecken will, hat keinen Halt mehr. Merk' Dir's. Jeder fegt vor seiner Thür. Da geht Dein Weg und hier meiner.«

Als der Ratsherr nachdenklich den seinen ging, begegnete ihm zu Roß mit einigen Begleitern der hochehrwürdige Bischof Stephan, und er zog die Mütze, als es sich schickt, vor solchem hohen Herrn. Und der Herr Bischof hielt auch an, als er ihn sah, und winkte ihm freundlich zu sich, denn Nikolaus Perwenitz war wohl angesehen im ganzen Lande und auch am bischöflichen Hofe. Er besorgte dessen Geschäfte.

»Herr Gott, lieber Freund,« sprach der ehrwürdige Herr, »was hört man da wieder für seltsam und wunderlich Gerücht von Köln her! Man weiß zwar noch nicht, was es ist, wollt' Euch aber geraten haben, als guter Handelsmann, seid auf Eurer Hut. 'S ist nicht richtig in den Städten. Unser gnädiger Herr soll auch sehr bös schauen. Weiß Gott, wie das enden wird! Die Ritter möchten nichts als Krieg mit Pommern, und im Lande eitel Unfriede.« Nikolaus Perwenitz küßte den Saum des bischöflichen Kleides und dankte für die Warnung. »Wie's enden wird, das weiß Gott, Hochehrwürdigster! Aber das weiß ich, der Markgraf hat einen Kopf und die in den Städten haben tausend Köpfe.«

Der Bischof schüttelte seinen und ritt weiter, und Herr Perwenitz ging langsam seinem Hause zu. Aber als er in den Flur trat, da lachte er seinen alten Dienstleuten so froh entgegen, als hätte er alle Sorgen abgeschüttelt. Und so herzte und küßte er auch sein liebes Weib oben, die war wohl so alt wie er, und hatte hübsche Runzeln im Gesicht und einen Leib, so dick wie ihres Herrn. Aber er sagte ihr allerhand Süßes, als wäre sie ein jung Gemahl noch, und zischelte ihr artige Sachen ins Ohr, darüber sie lachte und ihn schalt, und dann faßte er sie um die Hüfte und am Arm, und sie mußte, wie sie sich auch sträubte, einen Ehrentanz mit ihm durch die Stube thun, derweilen das Gesinde an der Thür stand und sich den Mund hielt, daß es nicht laut lachte. Und darauf warf er sich erschöpft in den Großvaterstuhl und wischte den Schweiß von der Stirn, und sie that desgleichen.

»Aber Väterchen,« sprach sie, »mußt doch auch bedenken, daß wir nicht mehr jung sind.« – »Hm! hm!« murmelte er. »Und was die Leute von uns denken. Haben keine Kinder –« »Eben um deswillen. So ein kleines Volk uns um die Beine spielte, meinethalben, da wollten wir ernst aussehen und ein ehrbar Gesicht machen. Aber – nun sind wir unter uns, Cordula – gieb mir die Hand. – Und wo steht's geschrieben, daß ein alter Mann nicht soll jung bleiben? Umgekehrt. König David tanzte und Salomo auch –« »Sie meinen nur –« »Was denn? Daß wir ausschauen sollen wie der Roland, oder heulen wie die Klageweiber! Warum denn, Cordula? Die Klageweiber werden bezahlt. Wer giebt uns dafür etwas? Mit wem gehst Du lieber durch die Heide? Mit einem, der die Augen verdreht und grimmig ernsthaft ausschaut, oder wer Dir lustige Lieder singt? Wer nicht lustig ist, freilich, der verlästert die Frohen, aber glaub's mir, 's ist nur der Neid.« – »Sie sagen doch, in der schweren Zeit –« »Soll man auf das Schwere nicht Blei laden, daß es noch schwerer wird. Man soll froh sein. Sieh 'mal, Cordula, der Menschen sind vielerlei. Zuerst die Heiligen. Gott sei mit ihnen und schenke ihnen Glorie in seiner Herrlichkeit, denn sie verdienen's um uns. Wir sind keine Heiligen, das weißt Du und ich. Gott weiß am besten, warum er uns nicht zu Heiligen gemacht hat. Dann sind schlechte Menschen. Du bist nicht schlecht, und ich bin's auch nicht. Wollen dem lieben Herrgott danken, daß es so ist. Aber drittens, dazwischen, da sind Menschen, nicht Heilige und nicht Bösewichter; ebenso wie wir sind. Weiß der liebe Gott recht gut, warum er die gemacht hat. Damit seine Welt nicht so erschrecklich ernst aussehen soll. Denn wenn er nur Heilige sähe und Böse, ach lieber Gott, seine eigene Schöpfung gefiel ihm kaum. Sagt sein Sohn, unser Heiland, nicht, wir sollen sein wie die Kinder? Und was thun die Kinder? Sie freuen sich und singen und spielen. Nun Cordula, was sollen wir nicht spielen und singen? – Wenn der mit der Sense kommt, der alt und jung mäht auf einen Strich, und uns auch, meinst Du nicht, Cordula, daß der liebe Gott in sein Himmelreich lieber frohe Menschen nimmt, als traurige? Darum, bis da, laß uns sein wie die Kinder, jubeln und springen, und nun gieb mir 'nen Kuß, Alte, und dann schenk mir 'nen Trunk aus dem Vollen, denn ich bin durstig.«

Und Herr Niklas erhielt beides, und darauf deckten sie den runden Eichentisch mit den kunstvoll gerundeten vier Beinen und schoben ihn vor des Herrn Stuhl, und Frau Cordula steckte ihm das weiße Handtuch in die Busenkrause und schob und rückte alles zurecht, daß der liebe gute Herr es recht bequem habe. Auch ein Fußschemelchen schob sie ihm unter den Fuß und polsterte ihm die Rücklehne, daß er aufrecht am Tisch sitzen und sich doch anlehnen konnte. Und wie geschickt die Gläser und Kannen, die Schüsseln und Teller und Krüge aufgestellt wurden, nicht eins neben dem andern, sondern es waren Untergestelle da, daß eins das andere überragte, wie unser Herrgott nicht alle Dinge gleich gemacht hat, sondern steht eins über dem andern. Also auch auf der Tafel des ehrenwerten Niklas Perwenitz. Und wer auch keinen Hunger gehabt, der hätte es doch mit Lust angesehen und Hunger bekommen; und als nun der erste Gang aufgetragen stand, und die Schüsseln rauchten, eine so, die andere so, da lief doch einem jeden das Wasser im Mund zusammen. Aber wie schmackhaft und würzig auch die Schüsseln sein mochten, würziger duftete und lieblicher anzuschauen war das Gesicht des Herrn Perwenitz, wie das Auge zuvor die Herrlichkeit überflog, ehe die Hände und Lippen sie berührten. Und alle, die es sahen, freuten sich, das Gesinde wie seine Ehefrau. Und wie er nun die Hände faltete zum Gebet, da falteten sie alle mit ihm und sprachen es ihm nach; er sprach laut und sie leise. Und als er nun kostete, hier und dort, und zufrieden war, da waren sie auch zufrieden, und alles wachte auf seine Blicke und hastete ihm zu bringen, was er wünschen konnte, er hatte es noch nicht ausgesprochen.

Vor allem war Frau Cordula die Zufriedenste, daß ihr Herr zufrieden war. Denn in der Küche sollte es eine Frau mit ihr aufnehmen! Aber sie war nicht stolz und eigensinnig, wie wohl Frauen sind, was die Küche anlangt, die da meinen, wie sie's gelernt von ihren Müttern, und die wieder von ihren Müttern, so sei's richtig und nicht anders, und müsse immer so bleiben; und sprechen allerlei Erbauliches, so der Mann die Nas in die Küche steckt und sagt, was er meint. Lieber Gott, er hat doch auch eine Zunge und mehr gekostet als die Frau. Nein, Frau Cordula nahm gute Lehre an und horchte gern, was ihr Herr ihr sagte, und war gar nicht bös, wenn Niklas Perwenitz selbst in die Küche ging und die Schürze vornahm und ihr zeigte, wie er's gesehen hatte von den fränkischen Köchen an des Markgrafen Tafel. Ja, als ein verständig Weib hatte sie manches Mal Herrn Ulrich Czeuschel, den Küchenmeister des Kurfürsten, heimlich um ein Rezept gebeten, wo sie wußte, daß es ihrem Herrn geschmeckt, und hatte ihm das Gericht bereitet und trug's auf den Tisch, er wußte nicht, woher es kam. Soll man mir itzt solch ein Weib zeigen, wo es lebt.

Und erkannte Herr Niklas auch wohl ihren Wert, und lebten beide so einträchtig und glücklich, als wo Eheleute an der Havel und Spree. Aber mit ihm am Abendtisch saß sie doch nicht: sie wartete ihm lieber auf, und war's mehr ihre Freude, daß es ihm schmeckte, als daß sie's selbst kostete, was sie zugekocht. War's ein so herzig gutes Weib als eine gute Köchin. Und keiner verdiente solch ein Weib mehr als Herr Perwenitz, denn ihn essen zu sehen war ein Vergnügen. Er hastete nicht die Gottesgabe herunter als ein Gierhals, nein, er nahm sich Zeit und liebäugelte zuvor mit jedem Bissen, und so oft er ein Kibitzei aufdrückte, – und alle Welt weiß, daß es nirgend bessere giebt als in Brandenburg – sprach er von Natur und Gott und Vaterland, daß, wer's hörte, viel lernen konnte. Und die Rebhühner und Waldschnepfen, wie geschickt zerlegte er sie mit der Hand und dem Messer. Und sehen hätte man sollen, wie er einen Oderkrebs aufzehrte, und blieb nichts übrig als die Schale, und kam keiner ihm gleich, so an Schnelligkeit als an Reinlichkeit. Bei Hofe, wenn er dort aß an den Landtagen, bewunderten ihn auch alle, und die gnädige Kurfürstin ließ ihm einmal eine ganze Schüssel Krebse vorsetzen, und er war schneller damit fertig, als die anderen mit ihren Tellern. Und keiner hatte es so manierlich gemacht.

Nun, daß er auch zu trinken verstand, wer hätte das bezweifelt an einem deutschen Manne. Aber er goß nicht die Gottesgabe über die Lippen, wie so mancher Ritter, der's nicht anders thut, als wie man Wasser über ein brennendes Haus gießt. Er schmeckte, was er trank, auch wenn er die Augen zu hatte. Und in seinem Keller da lagerten Schätze, wie nur in Bremen im Ratskeller. Darum nannte man ihn den feinsten Mann in den Marken. Aber kein Kelchglas leerte er, auch wenn er allein war, denn er trank es einem zu; und wenn keiner da war zum Anstoßen, so stieß er das Glas an die Flasche und wußte allezeit hübsche Trinksprüche.

Frau Cordula, der ward heute das erste Glas zugetrunken, und auch das zweite und ein drittes noch. Das erste auf ihre Treue und das zweite auf ihre Holdseligkeit, denn die, sagte er, als sie verschämt die Augen niederschlug, sehe ein guter Mann auch durch die Runzeln. Das dritte aber, daß sie ihm bleibe bis an sein seliges Ende, was sie ihm gewesen, seit er mit ihr in die Kirche zog. Da hielt sie sich die Schürze vor die Augen und wischte sie; aber das wollte Herr Niklas nicht leiden, sondern sie mußte zu ihm kommen, und er gab ihr einen herzhaften Kuß, und sie mußte nun auch vom süßen Wein nippen und sich zu ihm setzen. Und nun ging es erst los das Gesundheit trinken. Da ließ er die Stadt leben, Alt- und Neu-Brandenburg, die Herren vom Rate und den Bürgermeister und seine lieben Verwandten, den gnädigen Bischof, Herrn Stephan, und den Markgrafen, der ihm so gnädig sei, wobei er sich etwas erhob, und ward nun recht lustig und guter Dinge, und Flaschen und Glas klirrten, und sah überall Gutes und Frohes; nur das Gesicht seiner Ehefrau schaute nicht so aus.

»Was ist's nun wieder, Cordula? Verdienen's die braven Leute nicht, daß man ein gutes Glas Wein für sie trinkt?« – »Ach gewiß, Niklas, und noch mehr! Aber mir kam's nur so in den Sinn, was viele unserer Mitmenschen und gute Christen leiden und weinen, derweil wir so lustig sind.« – »Hast recht. Dies Glas auf alle, die leiden und weinen! – Stoß an!« – »Schon recht, Niklas, aber da kommt ja kein Tropfen auf einen.« – »Ei Cordelchen, mein Keller ist voll. Du bist ein gutes Herz und holst frischen Vorrat. Soll schon ein Tröpflein auf jeden kommen.« – »Und doch ist mir's, als sei es unrecht von uns. Denn so Du auch noch so viel trinkst auf die Armut, die Armen haben doch nichts davon.« – »Da hast Du wieder recht. Aber weißt Du was? –« er zog sie vertraulich zu sich. »Die Linke soll zwar nicht wissen, was die Rechte thut, aber Mann und Frau sind ja eins. Ist Deine Rechte nicht meine Rechte? Die Lieferung zum neuen Schloß in Köln bringt uns was Tüchtiges in unsere Kasten, und wenn das Jahr um ist, und ich abschließe, dann setz' ich das Doppelte aus für die Armen, und, Cordula, das wird nicht wenig sein. Und Du sollst meine Almosenierin werden.« –

Da war auch der Ratsherr still und füllte zween Gläser mit seinem Rheinwein, davon eine Flasche zum Nachimbiß im Korbe stand, und hielt das eine seinem Weibe hin, das andere nahm er und sprach ernst: »Auf die im Elend sind!« Die Gläser klangen hell, was beide freute, und auch Frau Cordula trank ihres bis auf den Grund aus. »Daß es ihnen wohl gehe!«

»Niklas, kann's einem denn im Elend wohl gehen? Ach Gott, da draußen! Denk ich doch jedesmal an die armen Menschen, wenn sie unsere Thore schließen, wo werden die die Nacht ihr Haupt hinlegen, die nicht mehr reinkamen? Die Wölfe und die Bären, die Diebe und Räuber, ach Gott, ach Gott! 's sind doch gräßliche Geschichten, so uns die Marktleute erzählen.«

»Lieb Weib, Brandenburg ist eine schöne und feste Stadt und Gott sei Dank, daß wir drin warm sitzen. Aber 's hat in der Welt noch viele Städte außer Brandenburg, und außer unserer Mark noch viele Länder, und viele Leute sitzen drin warm, und über alle diese Städte und Länder ist der liebe Gott und seine Heiligen.«

»Magst wohl recht haben; aber draußen bleibt doch immer draußen. Und so ein Heiliger in der Fremde, wer weiß, ob der unsereins versteht. Sie sprechen ja nicht einmal überall Deutsch. Und denk Dir nun, so, wenn wir einen Jungen hätten, und der hätte wandern müssen ins Elend, keine Mutter, kein Vater bei ihm, dem er's klagt, wenn ihm hungert. Wer wäscht ihm denn sein Hemd und flickt ihm, was ihm zerreißt? Ach Du heilige Jungfrau, wenn ich noch denke damals, als der Henning Wollner bei uns ansprach. Dein lieber Pate – ach Gott, wie sah er erhitzt aus und doch bleich und wild, und wollte nicht bleiben, wie Du ihn auch batest. Der ist ins Elend gangen, hörten nichts von ihm –« »Der arme Henning!« seufzte der Ratsherr. – »Über die von Berlin! Den besten Jungen aus der Stadt mußten sie ins Elend schicken,« jammerte das Weib. – »Riefen ihn wohl itzt gern zurück.« – »Nun ist's zu spät, Mann. Den hat ein Wolf gefressen, und liegen seine Gebeine im Walde, niemand weiß wo. Christus, ohne Beichte und Absolution! Es war ein herziger, herrlicher Junge –« »Der sich auch nicht wird haben fressen lassen vom ersten besten Wolf. Sah mir mehr danach aus, daß er erst ein halb Dutzend totschlug« – »Oder eine böse Seuche hat ihn gefaßt; starb in einem Spital, wo sie ihn um Gottes willen aufnahmen. Da liegt er nun auf dem Elendenkirchhof eingescharrt, kein Kreuz, kein Stein auf seinem Grab. O über die von Berlin, sag' ich es doch –« »Haben auch gebüßt, Cordula; oder möchtest mit ihnen tauschen? Sind die nicht im Elende?« – »Man möchte blutige Thränen weinen, Niklas, ist doch viel Jammer auf Erden.« – »Und soll drum Gott danken und froh sein, wer warm sitzt, wie wir in der guten Stadt Brandenburg.« – »Amen! Amen!« – »Nun, Cordula, noch ein Glas zum guten Ende, für alle unsere Freunde, so im Elend sind!«

Als sie anstießen, schellte es leise an der Hausglocke. Die Bürgerglocke hatte schon geschlagen, und ein Pochen und ein Klingelzug am späten Abend hatte in einer ordnungsliebenden Stadt stets etwas Unheimliches. Die Hiobspost kommt in der Nacht, die gute Botschaft wählt den Tag. Die gute stürmt an der Glocke, die schlimme zieht leise am Draht.

»Laß nicht öffnen!« sprach Cordula. – »Ei, lieb Weib, wir trinken auf die Elenden; und so nun einer auf unserer Schwelle liegt, sollen wir ihn liegen lassen und verschmachten? Was sagtest Du, so Du morgen die Thür aufschlössest, und da wäre es zu spät, ihm beizuspringen!«

Auf des Herrn Wink eilte die Magd hinunter und kam bald wieder zurück. Sie sollten keine Furcht haben, sprach sie, wäre es nur ein alter, armer Mann, gebrechlich sähe er aus und hätte weißes Haar. Und er bäte sehr, auf ein Wort den Ratsherrn zu sprechen. Zu besorgen sei nichts von ihm, denn er sei sehr matt, wie von einem langen Weg. Möge er wohl bessere Zeiten gesehen haben, so scheine es. »Man weiß doch nicht,« sprach Frau Cordula, ängstlich auf das Gesicht ihres Herrn blickend. – »Ich aber weiß, was einem Ratsherrn obliegt, bei dem ein Armer anpocht,« sagte Herr Niklas, und schob den Tisch zurück und erhob sich, und winkte der Magd, daß sie den fremden Mann heraufführe. »Du hast schon recht, Niklas,« sprach Frau Cordula etwas beschämt. »Ich meinte nur, die Thore sind doch längst geschlossen, und wie kommt er erst itzt zu uns, da er schon hätte kommen mögen, ehe die Bürgerglocke schlug, und da man ihm hätte ins Gesicht gesehen, wer er ist.« – »Und ich meine, Cordula, daß er eben darum kommt, daß ihm nicht jeder ins Gesicht schauen soll, wer er ist. Aber dem Ratmann Niklas Perwenitz will er sich zeigen und keinem andern, und darum laß ich ihn zu mir. Aber Du magst bleiben, denn Du bist mein treues Weib.«

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